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Donnerstag, 23. August 2012

Solche & Solche

Es gibt tage, an denen bin ich gut drauf, ja man könnte fast sagen, ich habe gute laune.
Tage an denen ich morgens aufstehe und der Kopf vollkommen klar ist. Tage, an denen ich zur U-Bahn schlendere, mir die zeit egal ist. Tage an denen ich alle Menschen akzeptiere. Tage an denen ich Menschen, die neben mir auf dem Sitz niesen, "Gesundheit" sage. Tage, an denen ich Fremde anlächle nur um zu versuchen, ihnen den Tag zu retten. Tage an denen ich mich bedanke, wenn mir wer die Tür aufhält oder mir einen guten Tag wünscht. Tage, an denen ich mich nicht auf den Unterricht konzentrieren kann, weil ich mich so angeregt mit meinem Sitznachbarn unterhalte. Tage an denen Ich kontakt zu andern Menschen suche. Tage an denen ich schon so manches mal fast erzählt hätte, was mich bedrückt. Tage, an denen ich viel zu viel von mir Preisgebe. Tage an denen mir die übelsten beleidigungen einfach egal sind. Tage an denen ich sogen Elfenbeinturm hören kann, ohne mich schuldig zu fühlen.

Und dann gibt es da diese Tage, an denen ich schlecht drauf bin. An denen ich mich schon beim Aufstehen fühle, als müsste ich mich übergeben. Tage an denen ich mich überall hektisch, beinah in Panik hinbewege. Tage an denen ich Angst davor hab, meine schutzhülle könnte platzen, wenn nur jemand mich berührt. Tage an denen ich mich nicht klein genug machen kann in der ecke des Wagons, am liebsten einfach weg wäre. Tage, an denen mir alle Menschen fremd sind. Tage an denen ich meinen Gegenüber kaum ansehen kann, sosehr habe ich das Gefühl, er durchschaut mich. Tage, an denen ich mich in mitarbeit und arbeit flüchte, jedes wort von der Tafel abschreibe, nur um an nichts anderes denken zu müssen. Tage an denen ich am liebsten im Bett bleiben würde. Tage, an denen ich am liebsten nicht reden würde. Tage an denen Freunde sich anfühlen, als kennen sie mich nicht.  Tage an denen ich beim kleinsten vorwurf heulen möchte, wie ein kleines Kind. Tage an denen mich die bisse auf meiner Gabel zum würgen bringen. Tage an denen ich mir das essen verbieten möchte, zur Strafe für all die guten Tage zuvor. Tage an denen das glitzernde ding in der Herzchendose mehr bedeutung hat, als meine Tochter. Tage, an denen ich nichtmehr weiter weiß, mich verrenne in meinen Gedanken. Tage an denen mich Prinz Pi mit dem zorn in seinen Metaphern fast auseinander reißt.

Heute ist einer von den schlechten Tagen.






In Liebe,
        Alice.

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