Seiten

Sonntag, 1. Juli 2012

Wir  sitzen in der Küche, als Luke anfängt es zu erklären. Zumindest versucht er es.
"Weißt du, das ist nicht so, dass ich dir nicht vertraue, was das betrifft, aber..."
"Aber was?"
"Man, ich hab da vor  n paar tagen auch mit meiner Ma drüber geredet. Sie fands extrem scheiße."
"Ist doch ok. Ich meine am ende zahlst du dein Leben lang für ein Kind, dass dir nicht gehört, da würd ich auch auf nummer sicher gehen."
"Darum gehts ja garnicht..."
"Haha, worum denn dann?"
"Naja, also... Man, meiner Ma gestern konnte ich das perfekt erklären, aber jetzt kriege ich das nicht hin..."
"schon ok"
Nichts ist ok. Du wolltest hier bleiben, du wolltest bei mir bleiben. Und stattdessen sitzt du jetzt hier, erzählst mir, dass du gleich gehen musst und, dass du doch lieber einen Vaterschaftstest machen willst?
Ich kann die Tränen nicht mehr zurückhalten und ehrlich gesagt will ich es auch garnicht.
Luke merkt garnicht richtig, dass was nict stimmt und fängt an aufzuräumen, verkrümelt sich in mein Zimmer. Ich gehe leise hinterher, bleibe an der Tür stehen. Durch den Tränenschleier erkenne ich schemenhaft, wie er sich Über Emmas Bettchen beugt.
Und das soll nicht deine Tochter sein? Das soll nicht deine Tochter sein?!
Ich gehe an ihm vorbei, lege mich auf mein Bett und rolle mich zusammen, wie ein verletztes Tier. Jetzt liege ich da und heule. Wie ein kleines Kind vor dir. Du sagst, du würdest morgen kommen. Wenn das Wetter gut ist. Du sagst, es tut dir Leid. Die Sache mit der Vaterschaft. 
Und ich frage mich: Wie weit kann ich noch sinken?





In Liebe,
       Alice.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen