Ich Bin wütend. Sind seit 2Wochen verabredet, Luke und ich. Ich wollte nur diesen einen Abend.
"Ist das ok, wenn Lina und Leo mitkommen? ansonsten chilln wir halt bei mir..."
Ich bin einfach nur wütend, aber trotzdem sage ich na gut, wie immer, gebe mich geschlagen, wie immer. Als ich losgehe bin ich nicht nur Wütend, ich bin richtig sauer.
Warte erst auf dem Gleis, dann unten In der Halle. Erst die scheiße und jetzt kommt er auch noch zu spät.
Bin richtig verwundert, verwirrt, als er plötzlich vor mir steht. Alleine. "Hab draußen gewartet, bin mit dem Fahrrad da."
"Wo ist dein Gefolge geblieben?"
" Ähh, die wollten dann doch was anderes machen..."
"achso."
An der Sache ist irgendwas faul, aber egal. Wirsetzen uns in eine kleine spanische Bar.
Er nimmt ein Bier, ich einen Rotwein.
Am Anfang ist es wie immer, wenn wir uns sehen, irgendwie verklemmt und als würde zwischen den Zeilen noch etwas ganz anderes liegen. Dann wir es anders irgendwie.
Ganz anders. Wir lachen. Ich bin ziehmlich angetrunken, da Wein auf leeren Magen nicht so das beste ist, wenn man sein fast einem dreuviertel jahr nicht mehr richtig was getrunken hat.
Wir erinnern uns gegenseitig an früher.
Auf einmal sieht er mir in die Augen. Sehen uns einfach an. Und in seinem Lächeln spiegeln sich all die erinnerungen. Auf einmal liegen wir wieder nebeneinander unter den Giebeln, es riecht nach altem Holz, kippen, die wir an den Teelichtern auf dem Fensterbrett angezündet haben.
Und auch Luke sieht mein Gesicht in dem Zwielicht von damals.
Luke bezahlt die Rechnung und auch das ist irgendwie wie früher. Setzten uns ans Wasser, er raucht einen, wir unterhalten uns, ein Kumpel ruft an. Er sagt, in ner halben stunde ist er am Hermann Platz. Scherzhaft trete ich ihn mit den Leo-Creepers. "och nee, lass mal noch chillen.. Ich kann natürlich auch noch mit zu dir kommen, wenn du damit kein Problem hast."
"Natürlich kannst du noch mitkommen, bin aber mit m Fahrad da."
Luke hat keinen Gepäckträger, also fahre ich auf der Mittelstange mit.
Seine warme Brust an meinem Rücken.
Fühle mich frei, so geborgen wie noch nie, im Kontrast, verwirrend.
Ich kreische den ganzen weg über rum, wie ein kleines Kind, er lacht.
Einmal falle ich fast vom Fahrrad.
Er verkauf Matti den zehner, den erhaben wollte, dann gehen wir einfach zu ihm nach hause.
Einfach so. Wie früher, jede einzelne sekunde fühlt sich an wie ein verficktes Flashback.
Gucken uns schlechte Filme an, trinken selbstgemachten eistee, liegen einfach nur nebeneinander. Ohne zu reden.
Um halb 5 fahre ich mit dem Taxi nach hause.
In Liebe,
Alice.
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