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Dienstag, 24. April 2012


Ich sitz am Fenster und blick nach draußen,
dunkle Wolken bilden Monumente am Himmel.
Blitze tauchen in die Erde, ein Sturm kommt auf zieht über das Land,
wie eine Seuche und steckt meine Psyche in Brand.
Und ich fühl die Freiheit in mir wie ein Feuer,
Welches den Schatten verdrängt und meine Seele erleuchtet,
Und ihr den dunklen Schleier nimmt der sie verhüllt
und die dunklen Weiten des Raumes meines Körpers erhellt.

Wir haben Ethik morgen. Wir machen grade Psychische Erkrankungen. Keine Ahnung, was das mit Ethik zu tun hat. Unser Thema von letzter (und wahrscheinlich auch nächster) Stunde ist Schizophrenie. Ich-Störung, Desorganisation, Halluzinationen. Erkenn mich wieder, in den Begriffen, den Symptomen. Es gibt mir einfach zu erkennen, was ich schon so lange versuche zu verdrängen. Das, was ich immer versucht habe zu unterdrücken. Hatte auch noch passender Weise letzte Stunde nen Text über die verschiedenen Phasen. Erklärt auch mein Verhalten der letzten Wochen.
"Die Symptome der Schizophrenie treten in den meisten Fällen in mehreren Phasen auf, zwischen denen manchmal nur zwei Wochen aber auch ganze Jahre liegen können."- heißt es in dem Text, den unser Lehrer mir zugeteilt hat.
Erkenne Verhaltensmuster, erkenne mich sogar in Beispielen wieder.
Es erklärt sich der Albtraum der letzten Jahre, fast wie von selber. Die Käfer, die mir über die Hände, Beine, Füße krabbeln und Sekunden später einfach wieder verschwunden sind. Das blutnasse Kissen, wenn ich nachts aufwache und das selbe, schneeweiß, am nächsten Morgen. Die Verwirrung, wenn ich an spiegelnden Flächen vorbei laufe, das seltsame Gefühl von jemandem beobachtet zu werden. Als wär noch eine zweite Person im Raum, dabei bin ich eindeutig alleine. Und selbst der drang, sich ständig zu waschen, der ständige Geruch von Verwesung. Alles auf einmal so eindeutig, alles auf einmal so einfach. Doch soll ich wirklich einfach glauben, wo mich die Bücher einordnen wollen?



In Liebe,
         Alice.

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