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Dienstag, 3. April 2012

Heute hab ich tatsächlich mal zurückgerufen. Luke war nicht überrascht. Nicht, dass ich angerufen hab, nicht, dass ich ganz still war. Die Antwort: "ganz gut, eigentlich" auf die Berühmte 3-Worte-Frage, die hat ihn überrascht. Hats mir nicht abgenommen, aber ist ja auch kein wunder, so schroff wie ich zu ihm war. Hat mich gefragt, was ich mache. Ich hab ihm gesagt, ich hab einen Termin um 16 Uhr. Hab ihm gesagt, danach hätte ich zeit. "Zeit dich mit mir zu treffen?"- Das klingt schon eindeutig überrascht. Er hätte tatsächlich nicht gedacht, dass ich ihn sehen will. Bin mir auch nicht sicher, ob ich wollen sollte.

Sechzehn uhr neunundvierzig. Luke ruft an, sagt er ist erst in etwa ner halben stunde da. Ich warte. Warte, warte, warte. Warte ne halbe stunde, warte vierzig minuten, warte fünfzig minuten. Will aufstehen und gehn, fühl mich verarscht. In dem Moment kommt Luke aus der U-bahn.
Entschuldigt sich nicht, erklärt nichts. Ich belasse es dabei und verschweige einfach mal, dass ich grade seiner ma gesagt habe, das ich im allgemeinen überhaupt keinen bock mehr auf die ganze sache hätte.

Wir gehen ein Stück, bis zu nem kleinen Spielplatz. Er fragt mich allerhand oberflächlichen kram. Unwichtige scheiße.
"wie siehst du das jetzt eigentlich mit dem Kind?" platzt es schließlich aus ihm raus.
"wie soll ich das sehn?"
"Naja, wie gehts dir damit? Ich meine siehst du das als ne last oder was ist das für dich?"
Was ist das für dich - Die wortwahl ekelt mich schon an. Als wäre Emma eine Tatsache, ein Gegenstand.
"Es ist Ok." sage ich knapp.
"Du siehst aber nicht gerade glücklich aus."
Ach ja?! Ich seh nicht glücklich aus??? Ist das nicht verständlich? Glaubst du nicht, dass es in meiner Situation Mehr gibt, worüber man unglücklich sein könnte, als das Kind in meinem Bauch?!
Doch aus meinem Mund kommt mal wieder garnichts. Bin wie versteinert, wie eingefroren. Und schon kommen sie, die tränen. Wie immer, Bin zu schwach was zu sagen, kann mich nicht wehren. Kann nur dasitzen und heulen.
Er versuchts erst mit worten, will wissen, was mich fertig macht.  
wer mich fertig macht, denke ich.
Versucht mich dann zu umarmen, das unkontrollierte zucken in meinen Knien zu stoppen, was meinerseits nur dazu führt, dass sich meine Finger krampfhaft aneinander festklammern.
Gibt mir einen Kuss in den Nacken.
Aber ist es nicht das, was ich wollte, seine nähe, war es nicht das was ich wollte?

Ich Frage mich einfach, was er will. Was ich für ihn bin. Was er sich dabei denkt.


Er sagte noch, er meldet sich die tage wieder bei mir, wenn das für mich ok ist. Habe nach kurzem zögern zugestimmt.





In Liebe,
        Alice.

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