Bin irgendwie nicht mehr in der Lage, mit anderen Menschen normale Konversation zu führen. Entwickle eine Schüchternheit, die so noch nie da war. Entwickle fast schon eine Panik vor Fremden. Hab mich wieder mit Karl getroffen. Konnte mich irgendwie über nichts richtig mit ihm unterhalten. Alles was früher so tiefsinnig, war kommt mir heute stumpf vor. Könnte aber auch sein, dass das nicht an mir liegt. Er hat wieder angefangen Drogen zu nehmen. Er nimmt mehr als vor ein paar Wochen. Ich glaube, er nimmt sogar mehr, als wir früher zusammen genommen haben. Er sagt zwar, er macht das nur manchmal, aber ich merke, wie abgestumpft er wird. Jegliche Aufmerksamkeit seines Hirns bezieht sich ausschließlich auf ihn selbst. Frag mich wo der Mensch geblieben ist, der er einst für mich war. Der einzige, den es überhaupt interessiert hat, ob ich da bin, das war er für mich. Bedingungsloses Vertrauen, beiderseits. Ich konnte nie drüber reden, was mich auffrisst, er hat es immer akzeptiert. Und jetzt mal ausgeschlossen von der Körperlichkeiten, die uns beide aus unserer Realität gerettet haben, war da doch was zwischen uns. Keine Liebe, nein. Geliebt habe weder ich ihn, noch umgekehrt und das ist nach wie vor gut so. Nur Verständnis, von Grund auf, vom ersten Tag. Wir waren wirklich Freunde. Vielleicht war er sogar der erste Mensch, den ich wirklich als Freund bezeichnet hätte. Doch was ist geblieben? Purer Egoismus. Ist doch traurig, wie du dich kaputt machst.
In Liebe,
Alice.
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